1 Omikron und die Pandemie

Von Davin Schumacher

„Angesichts der Delta-Infektionsdynamik steht unser Gesundheitssystem in einer Sackgasse ja bereits mit dem Rücken zur Wand. Nun fährt ein Wagen mit defekter Bremse darauf zu“. So äußerte sich Oliver Keppler, der Leiter der Virologie der LMU München, zu der neuen Corona Variante namens „Omikron“. Zum ersten Mal aufgetreten ist diese neue „Mutation“ in Südafrika, jedoch wurde schon bestätigt, dass der Virus auch schon Deutschland und andere Länder Europas erreicht hat. Allerdings wird vermutet, dass sich schon früher Reisende mit dem neuen Virus infiziert haben. Allein in Bayern gebe es schon vier bekannte Fälle.  

Da Omikron bisher noch nicht genauer untersucht werden konnte, sei der Virus schwer einzuschätzen. Ersten Ergebnissen zufolge ist die neue Mutation resistenter gegen Impfstoffe als die anderen Varianten, weswegen sich zum Beispiel in Nordrhein-Westfalen auch geimpfte Kontaktpersonen in Quarantäne begeben müssen. Die Experten können sich zurzeit leider nicht über die Gesamtanzahl der Omikron-Infizierten äußern, da Deutschland zusätzlich mitten in der vierten Welle steckt. Die Virologin Sandra Ciesek sagte auch: „Wir haben derzeit eine ausgeprägte Delta-Welle, das allein ist schon ein großes Problem, welches eigentlich unsere volle Aufmerksamkeit fordert“. Zurzeit sind die Labore sehr beansprucht, weshalb die neue Variante zu einer weiteren Belastung führt. 

Bis jetzt ist nicht bekannt, wie die Impfstoffe gegen Omikron wirken, was dazu führt, dass einige Menschen sich nicht „boostern“ wollen oder impfen lassen wollen. Es ändert sich aber nichts an der aktuellen Situtation, denn die Delta-Variante ist die zurzeit verbreitetste Variante. „In Deutschland, wie auch im europäischen Ausland, werden praktisch alle Infektionen durch die Delta-Variante verursacht“, heißt es im Wochenbericht des Robert Koch-Instituts (Stand: 25.11.2021). Die aktuelle 7-Tage-Inzidenz (Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen) liegt in Deutschland bei über etwa 450. Allerdings ist die Zahl erstmals seit vielen Wochen zuletzt nicht mehr gestiegen. 

2 Interview mit Thomas Volz (Schulleiter am Gymnasium Starnberg seit 01.08.21, unterrichtet Deutsch und Englisch)

Von Adele Derksen & Stella Spöhrer

Redaktion Meinung: Sie sind jetzt ja seit dem ersten August hier am Gymnasium Starnberg unser neuer Schulleiter und, um Sie ein bisschen kennen zu lernen, wollen wir Ihnen ein paar Fragen stellen, zu Ihrem Beruf, Ihrem Leben und auch vor allem zu Ihrer Person.

Thomas Volz: Gerne, nur los.

R.M.: Was wollten Sie denn als Kind werden und welchen Beruf hatten sich Ihre Eltern für Sie vorgestellt?

T. V.: Hm, also einen richtigen Traumberuf hatte ich eigentlich nicht; als Jugendlicher dachte ich tatsächlich, Journalist wäre ein Beruf, der sehr interessant sein könnte, weil man da in verschiedene Bereiche reinschnuppern kann und sehr viele verschiedene Themen kennenlernt. Meine Eltern waren wirklich recht neutral, die haben sich da zurückgehalten. Die haben mich nicht in die eine oder andere Richtung beeinflusst, das habe ich schon alles selber raussuchen können.

Zwischendrin, aber das schon als junger Erwachsener, wars so, dass ich eigentlich ganz gern Jura studiert hätte, Medizin hätte mich auch interessiert, aber da war ich im Abitur nicht gut genug und so ist es dann letztlich Lehrer geworden.

R.M.: Und warum haben Sie sich dann letztendlich dazu entschieden, Lehrer zu werden?

T. V.: Ja, das war eigentlich tatsächlich nicht so richtig geplant, ich habe mich dann sehr für Deutsch interessiert, für Sprachwissenschaft, und habe dann auch zunächst eine ziemlich enge fachliche Ausbildung gemacht, Magister nennt man das, das ist so eine Art Diplom gewesen und zwar in Linguistik, Sprachwissenschaft.

Dann hab ich aber auch ein Praktikum gemacht, weil ich parallel dazu Lehramt studiert habe, und habe dann gemerkt, dass es an der Schule gar nicht so schlecht ist, wie ich es gedacht hatte. Ich empfand es als sehr frei dort und mir hat es gefallen, dass es so eine gewisse Ganzheitlichkeit bildet und ich fand es sehr… sehr wenig unterdrückend.

Und das hat mit dann so gut gefallen, dass ich dann da geblieben bin. Im Referendariat hatte ich dann einen sehr guten Schulleiter, der mir eigentlich gezeigt hat, was man alles machen kann, er hat eine Theatergruppe geleitet, er ist sehr höflich mit allen umgegangen und dann habe ich mir gedacht, ja das ist eigentlich tatsächlich ein Umfeld, in dem es sich lohnt zu arbeiten.

R.M.: Welche berufliche Entscheidung auf Ihrer Laufbahn würden Sie als „die Beste“ Entscheidung bezeichnen?

T.V.: (überlegt) Hm, ja, da muss ich kurz nachdenken… Wenn man sagt, eine stellt man raus, ist es tatsächlich die, an der Schule zu bleiben. Ich hatte mal in meinem beruflichen Leben so die Entscheidung, geh ich weg von der Schule, oder bleib ich an der Schule. Da war ich schon 40, also das war schon im… (lacht) im fortgeschrittenen Alter und es gab so ein Für und Wider, wir haben das auch mit der Familie diskutiert, vor allem mit meiner Frau und eigentlich war es dann eine gute Entscheidung, dann an der Schule zu bleiben, das war richtig.

R.M.: Was war denn Ihr Lieblingsschulfach damals?

T.V.: Sport. (lacht) Nein, gut, also ich bau schon auch ein bisschen auf, also Sport war super. Hat mir total Spaß gemacht. Ich fand Englisch recht gut, mir hat Biologie Spaß gemacht und Physik. Das waren so die Fächer. Ich war auf einem mathematisch-naturwissenschaftlichen Gymnasium und ich wollte eigentlich einen Physik-Leistungskurs wählen, das gabs damals noch, aber der ist leider nicht zustande gekommen. Dann hab ich Biologie genommen, das fand ich dann wirklich auch echt gut und Englisch halt als Sprache, das ist mir geblieben, interessanterweise habe ich Deutsch da gar nicht so gemocht als Schüler (lacht).

R.M.: Aber dann ist es ja doch Deutsch geworden, als Lehrer.

T. V.: Ja. Also weil Deutsch, ich kanns auch erklären, in der Schule hab ich das ein bisschen als einengend empfunden, man musste immer lesen, was der Lehrer einem vorgibt, und musste immer lange Aufsätze schreiben über Themen, die keinen Menschen eigentlich interessieren. Aber später hab ich dann gemerkt, dass Deutsch eigentlich so das Fach ist, das Denken eröffnet, wo man einfach ein Instrument hat [die Sprache], mit dem man sehr präzise in Themen reinkommt. Und das hat mir dann gut gefallen, da war ich in der Schule wahrscheinlich noch ein bisschen zu unreif.

R.M.: Was essen Sie denn am liebsten?

T. V.: Da hat mich mein jüngster Sohn stark beeinflusst, der ist Vegetarier und tatsächlich esse ich am liebsten Gemüsecurrys. Vorher war das auch schon bestimmte Currys mit Hühnchen noch drin oder Rind oder so, aber im Moment ist es tatsächlich Gemüsecurry.

Ich mag auch diese indischen Dals gerne oder auch die thailändischen Suppen finde ich sehr gut, im Prinzip eine gemüsebasierte asiatische Küche mit viel Reis.

R.M.: Reisen Sie gerne?

T. V.: Ja, sehr gerne. Sehr gerne.

R.M.: Sie waren ja auch ein paar Mal beruflich im Ausland.

T. V.: Ja, ja genau. Also ich reise tatsächlich seit meiner Jugend, eigentlich seit ich Student bin, da hab ich die Zeit ausgenutzt in meinen Semesterferien auch ins Ausland zu gehen, war da in Venezuela, oder in der Karibik oder auch in Russland, ich habe extra Russisch gelernt, das war damals noch die Sowjetunion. Und dann mit meiner Familie habe ich das eben auch genutzt, um in die Türkei zu gehen, ich habe vier Jahre in Istanbul unterrichtet und war dann noch ein paar Jahre auch mit meiner Familie in New Mexico. Ihr habt ja vorhin gefragt, welche Entscheidungen wichtig waren, das Lehrer zu werden und an der Schule zu bleiben hat es mir ermöglicht mit meiner Familie ins Ausland zu gehen, auf verschiedene Stationen. Also das war schon wirklich gut, weil man da auch eine deutsche Schule vor Ort hatte und eine gewisse Infrastruktur.

Und meine Reisen, die waren eher mit dem Rucksack.

R.M.: Wo hat es Ihnen denn am besten gefallen?

T. V.: Sehr faszinierend fand ich tatsächlich den Orinoco, in Venezuela den Bereich, das ist ein Wahnsinnsland. Dann, auch ganz spannend, Sumatra. Wenn man so von Singapur aus mit dem Boot durch die Mangroven-Sümpfe rein fährt, dann lernt man Sumatra ganz gut kennen. Das hat ja unheimlich hohe Berge, das hat mir gefallen.

Und zum Schluss, dann mit der Familie, die Wüsten von Nordamerika. Wir haben in den nördlichen Ausläufern der Chihuahua-Wüste gelebt und da ist eine ganz eigene Stimmung, ein ganz anderes Abendlicht und ganz andere Gerüche, das ist fantastisch. Also die drei, die würd ich da nennen.

R.M.: Was bereitet Ihnen besonders viel Freude?

T. V.: Ich antworte es mal beruflich: Wenn es läuft, also so gewisse Flow-Effekte, die gibt’s ja nicht nur beim Skifahren oder beim Surfen, sondern die Flow-Effekte gibt’s durchaus im Alltag, das bereitet mir auf jeden Fall sehr viel Vergnügen. Wenn man so den Eindruck hat, es gibt keine großen Widerstände und es läuft aber in eine gute Richtung.

Auch auf den Sport bezogen, das ist auch beim Skifahren ganz klasse. Ich fahre sehr gerne Ski, wenn das Wetter gut ist und man ist da unterwegs und der Schnee ist frisch, das ist einfach was ganz ganz Tolles.

R.M.: Für welche Dinge in Ihrem Leben sind Sie am dankbarsten?

T. V.: Also wenn man in Deutschland geboren ist, ist man in einem System geboren, für das man einfach nur dankbar sein kann. Da sind wir sehr privilegiert.

Dann auch eine Dankbarkeit ist, dass meine Familie und ich bisher von Krankheiten verschont geblieben sind. Für Jüngere mag das vielleicht ein bisschen banal klingen, aber das ist wirklich etwas, was man dann sieht, wenn man älter wird, Schicksalsschläge rechts und links, und wenn man selber und die eigene Familie da weitgehend frei davon bleibt, ist das wirklich etwas, wo man einfach nur dankbar sein kann, das hat man auch nicht sich selber zu verdanken, sondern das ist irgendwo anders verortet.

ANGST VOR VERÄNDERUNG? – Kennt Thomas Volz nicht! Denn sein Motto lautet ganz klar: Fortschritt.

T.V.: Ihr kennt wahrscheinlich den Spruch „Nur wer sich ändert, bleibt sich treu.“.

Besonders im Bereich Digitalisierung steht uns noch einiges an Veränderung bevor. Dabei hat das weiterhin geltende Handyverbot für außerschulische Zwecke besondere Relevanz. Insbesondere in der Oberstufe sind Schülerinnen und Schüler immer häufiger auf Recherchen und Informationen aus dem Internet angewiesen. Dabei muss diskutiert werden, inwieweit diese Richtlinie aufgehoben oder durch Nutzungsbedingungen eingeschränkt wird. Darüber hinaus wird über die Nutzung digitaler Endgeräte im Unterricht für Schülerinnen und Schüler der Unterstufe debattiert. Auch hier sind besondere Prämissen erforderlich, wie beispielsweise bestimmte Vorgaben für Hefteinträge.

R.M.: Was gefällt ihnen an unserer Schule bis jetzt am besten?

T.V.:  Also, was ich wirklich super finde ist, dass alle Schülerinnen und Schüler sehr höflich sind und eine gewisse Bildungsaffinität mitbringen, eine Erziehung. Das ist eigentlich sehr schön! Ich habe auch schon an Schulen unterrichtet, wo es manchmal ein bisschen derb zugegangen ist. Hier hat man den Eindruck, die Schüler wissen schon, worauf es bei Bildung ankommt.

Höflichkeit, Interesse, Wertschätzung und Offenheit. Mit diesen Begriffen verbindet Thomas Volz die Schülerschaft des Gymnasium Starnberg. Dasselbe ließe sich auch bei den Eltern finden, denn diese setzten sich sehr engagiert für das Wohl der Schule ein.

Zudem sprechen ihn das aufgeschlossene Kollegium und der digitale Fortschritt des Gymnasiums an. Hier möchte er an die bereits in die Wege geleiteten Projekte von Josef Parsch anknüpfen und die Innovation der Schule weiterhin vertreten und ausbauen.

Wir wünschen Thomas Volz einen ausgezeichneten Start als neuer Schulleiter des Gymnasium Starnberg

3 Akademie Gymnasium Starnberg: Vortrag über die größte private Hilfsorganisation in Afghanistan - „Kinderhilfe-Afghanistan“ (Dr. Reinhard Erös)

Von Maria Skalla

„Ein Impuls, der zum Nachdenken anregen und in weiterer Konsequenz auch zum Handeln motivieren soll. Ein Erfahrungsbericht, auf dessen Basis sich sowohl Schüler*innen, als auch Eltern und Lehrer*innen über wichtige gesellschaftliche Phänomene unterhalten und diskutieren sollen.“ - Mit diesen Worten beschrieb Herr Volz, der neue Schulleiter des Gymnasiums Starnberg, in seiner Eröffnungsrede das Ziel des Vortrags an diesem Abend.

Seit dem Jahr 2001 hatte der Referent, Dr. med. Erös, bereits über 3.000 Vorträge an mehr als 750 Schulen und Universitäten gehalten. So besuchte er am 20. Oktober auch unser Gymnasium und gewährte den rund 80 Gästen im Rahmen seiner Präsentation persönliche Einblicke in das Land Afghanistan, dessen Bevölkerung und die dort vorherrschenden gesellschaftlichen Missstände, insbesondere während und nach dem vierzigjährigen Krieg. Im Anschluss daran stellte er die vielfältigen Projekte der von ihm und seiner Familie 1998 gegründeten Hilfsorganisation „Kinderhilfe-Afghanistan“ vor.

Bereits am Vormittag hatte Dr. Erös einen solchen Vortrag gehalten, hier allerdings für die Schüler der 10. Klassen, die diesen als sehr belebend und informativ beschrieben. Für sie sollte es ein Einblick in Lebensbereiche werden, der über den schulischen Tellerrand hinausgeht - ein sehr belebender Erfahrungsbericht, der später in den Klassen in Form von Sach- und Einschätzungsfragen weitreichend diskutiert wurde.

Gemäß dem Motto „Der Mann, der den Berg abtrug, war derselbe, der anfing, kleine Steine wegzutragen“ (Konfuzius), entschied sich auch Dr. Erös vor mehr als zwanzig Jahren, nicht länger zuzuschauen, sondern aktiv etwas in der Welt zu bewegen und gegen Missstände anzukämpfen.

1989, also nach der Niederlage der Sowjets, wäre es ein Leichtes gewesen, mit ein paar Milliarden Euro das Land kulturell zu stärken und wieder aufzubauen, so Erös. Doch Afghanistan wurde sich selbst überlassen. Das sei seiner Ansicht nach neben anderen Faktoren ausschlaggebend dafür gewesen, dass kurz darauf die Taliban an die Macht kamen.

13 Jahre später und ein Jahr nach dem Sturz des Taliban-Regimes 2001 wurde infolge des Terroranschlags auf die Twin Towers in New York eine folgenschwere Entscheidung getroffen, die bei Dr. Erös bis heute auf vollkommenes Unverständnis trifft: Denn obwohl beim „9/11“ nachweislich keine Afghanen beteiligt waren, hat die NATO fünf Tage später unter der Führung von Präsident Bush Art. 5 des Bündnisvertrages aktiviert und damit zum ersten Mal seit 1945 militärischen Krieg gegen Afghanistan ausgerufen. So wurde die auch deutsche Bundeswehr hingeschickt, um „Deutschlands Sicherheit am Hindukusch“ zu verteidigen.

In diesem Jahr (2002) trat DR. Erös, 13 Jahre vor seiner eigentlichen Pensionierung, aus der Bundeswehr aus und führt seitdem „seinen ganz persönlichen Krieg“ in Afghanistan.

Nach dem Ende dieses zwanzigjährigen Krieges der NATO-Streitkräfte sind 3500 westliche Soldaten, davon 59 deutsche Bundeswehrsoldaten, gefallen. Zwischen 200.000 und 400.000 afghanische Zivilisten haben ihr Leben verloren. Alleine im Jahr 2011 sind 340 Kinder ums Leben gekommen, die Hälfte durch amerikanische Soldaten.

Auch Korruption sei Dr. Erös´ Ausführungen zufolge ein allgegenwärtiges Thema. Er meint, Afghanistan sei unter dem Einfluss des Westens das korrupteste Land der Welt geworden.

Das sei auch einer der Gründe gewesen, weshalb es den Taliban am 15. August diesen Jahres ohne Widerstand gelungen ist, Afghanistan erneut zu erobern.

Die Bevölkerung Afghanistans verdoppelt sich rund alle 25 Jahre, was zur Folge hat, dass immer weniger junge Afghanen zur Schule gehen können, da die Zahl der Schulen, Lehrkräfte etc. nicht mit der expandierenden Bevölkerungszahl mithalten kann.

Um dem entgegenzuwirken, hat Dr. Erös mit seiner Hilfsorganisation seit 2002 insgesamt 30 Schulen in 6 Provinzen gebaut. Darunter Grundschulen, Hauptschulen, Oberschulen und 3 christlich-moslemische Gemeinschaftsschulen, wobei mitunter sogar Deutschunterricht Teil des Lehrplans ist.

Ungewöhnlich für die dortigen Verhältnisse ist auch, dass viele Oberschulen über Bibliotheken und diverse Laboreinrichtungen verfügen, und Minenkunde bereits ab der Grundschule unterrichtet wird. Darüber hinaus wurden Universitäten errichtet, u.a. vor dem Hintergrund, dass Mädchen oftmals nicht die Möglichkeit hatten zu studieren, da die wenigen Unis sehr weit entfernt waren. Auch eine Werkstatt zur Ausbildung von 30 jungen Männern zu Solar- und Photovoltaik-Technikern stellte Dr. Erös auf die Beine. Diese Technik ist von fundamentaler Bedeutung, insbesondere für eine günstige Erzeugung von Strom und Licht in Schulen und (Berg-)Dörfern. Überdies gehören auch 14 Computer-Ausbildungs-Zentren sowie drei Werkstätten für junge Frauen, in denen diese zu Schneiderinnen ausgebildet werden, zum Programm der „Kinderhilfe-Afghanistan“.

Seit 2018 verteilt sein Team wöchentlich spezielle Lebensmittel für 600 Säuglinge und Schwangere. Zudem wurde 2013 eine fachärztlich geführte Frühgeborenen-Abteilung in Nangahar eingerichtet und darüber hinaus hat man Kliniken mit von Krankenhäusern gespendeten medizinischen Geräten ausgestattet. Um die Einheimischen in den Umgang mit diesen Geräten einzuweisen, sind mehrere deutsche Ärzte für ein paar Wochen nach Afghanistan geflogen.

Ab Juli 2021 steht die tägliche Verteilung von 700 Lebensmittel-Paketen an hungernde Flüchtlingsfamilien in Kabul auf dem Programm.

Insbesondere Impfprogramme seien Dr. Erös zufolge von großer Relevanz, denn es gibt zwar Kliniken, aber kaum eine afghanische Familie verfügt über eine Krankenversicherung, weshalb sie die Kosten jeder Behandlung selbst tragen müsste, was das Budget jedoch in den wenigsten Fällen erlaubt.

Seit Beginn der Corona-Pandemie versorgen er und seine Mitarbeiter die Menschen zusätzlich in fünf Provinzen mit monatlichen Hygiene-Sets und Lebensmittel-Paketen. Vor allem letztere sind angesichts der Hungerkatastrophe, welche zur Folge hat, dass jedem zweiten afghanischen Kleinkind der Hungertod droht, von existenzieller Bedeutung.

Der Familie Erös ist es somit gelungen, in Privatinitiative die größte Hilfsorganisation in Afghanistan auf die Beine zu stellen, und das ganz ohne staatliche Finanzierung, sondern allein durch private Spenden und Buchhonorare der beiden von Dr. Erös veröffentlichten Bücher, von denen einige Exemplare im Anschluss an den Vortrag in der Eingangshalle des Gymnasiums zum Verkauf standen.

Der Afghanistan-Vortrag selbst lässt sich resümierend als sehr lehrreich und lebensnah beschreiben. Reinhard Erös schuf an diesem Abend eine Grundlage für Diskussion, Einordnung und Kategorisierung und gab überdies indirekt einen Anstoß und Appell an uns Zuhörer, unsere Augen auch für die Situation in anderen Ländern der Welt zu öffnen. Ganz besonders, weil die Zustände in diesem Land für uns, die wir in einem friedlichen Deutschland leben, in dem es seit 76 Jahren keinen Krieg mehr gab, unvorstellbar sind. Doch gerade weil wir in einer vergleichsweise privilegierten Situatuation sind, können und sollten auch wir aktiv handeln.

Dr. Erös hat bewiesen, dass es möglich ist, denn:

„Jeder kann über sich hinauswachsen und etwas erreichen, wenn er es mit Hingabe und Leidenschaft tut.“ (Nelson Mandela)

4 Was plant die neue Bundesregierung? Zu den Plänen der möglichen Ampel-Koalition

Von Jönne Junghans

Die Koalitionsgespräche der Parteien der Ampel-Koalition finden zuerst in 22 Arbeitsgruppen statt, später verhandeln die jeweiligen Parteispitzen noch über verbleibende Streitpunkte. Die Parteien haben sich aber darauf verständigt, über den jeweiligen Stand der Verhandlungen keine Informationen zu veröffentlichen, so dass kaum Verlässliches bekannt ist. Jedoch haben SPD, Bündnis 90/Die Grünen und die FDP im Sondierungspapier, das am Abschluss der Sondierungsgespräche steht und auf das sich hier wesentlich bezogen wird, bereits viele allgemeine Ziele und auch einige konkretere Maßnahmen festgelegt. Diese lassen sich grob in die vier Kategorien Politik, Soziales, Wirtschaft & Digitalisierung und Umwelt einteilen.

Auf politischer Ebene sollen zahlreiche Grundsätze abgesteckt werden. So soll Demokratie gestärkt, Bürokratie abgebaut und die europäische Zusammenarbeit gefördert werden. Der Föderalismus soll erhalten bleiben, gleichzeitig soll jedoch die Kooperation von Bund, Ländern und Kommunen gestärkt werden. Sicherheitspolitisch sollen die Polizei und die Bundeswehr gestärkt werden und der Afghanistaneinsatz soll aufgearbeitet werden. Durch Reformen im Wahlrecht ist geplant das Anwachsen des Bundestages zu verhindern und das Wahlrecht ab 16 Jahren für die Wahl des Bundestags und des europäischen Parlaments einzuführen.

In der Sozialpolitik hat die Regierung vor, die Unterschiede in den Arbeitsbedingungen zwischen Männern und Frauen und zwischen Ost und West zu verringern. Strukturschwache Regionen sollen durch den Ausbau von Digital- und Mobilitätsinfrastruktur gestärkt werden. Das Gesundheits- und Pflegesystem soll geleichermaßen in der Stadt und auf dem Land gefördert werden. Dies soll unter anderem mit Hilfe ausländischer Pflegekräfte geschehen. Von dem System der gesetzlichen und privaten Krankenversicherung will man sich aber nicht verabschieden. Des Weiteren soll Wohnen bezahlbarer werden, was unter anderem durch einen stärkeren Schutz von Mietern, aber auch durch das Bauen von 400.000 Wohnungen jährlich, von denen 100.000 staatlich gefördert sind, geschehen soll. Auch plant die Regierung das Mindestrentenniveau auf 48 Prozent festzulegen und weder das Renteneintrittsalter zu heben noch Renten zu kürzen. Dies soll durch eine teilweise Kapitaldeckung gesetzlicher Rentenversicherungen ermöglicht werden. Vorgesehen ist auch eine Stärkung von Kindern und Familie. So sollen insbesondere sozial Benachteiligte zum Beispiel durch elternunabhängiges Bafög gefördert werden und die digitale Ausstattung von Schulen verbessert werden. Auf diesem Weg soll die Chancengleichheit in Deutschland ausgebaut werden. Durch flexiblere Arbeitszeiten soll die Arbeit besser mit der Familie vereinbar sein. Personen mit geringem Einkommen sollen durch eine Erhöhung des Mindestlohns auf 12€ und spätere, weitere Erhöhungen durch eine Mindestlohnkommission unterstützt werden. Außerdem soll Hartz IV durch ein unkompliziertes und digitales Bürgergeld ersetz werden. Aus den nicht versicherungspflichtigen 450€-Jobs sollen 520€-Jobs werden und die sogenannte Midijobs mit verringertem Versicherungsbeitrag für den Arbeitnehmer sollen statt bis 1300€ bis 1600€ möglich sein. Geplant ist eine gerechtere Aufteilung von Flüchtlingen auf europäischer Ebene und bereits gut integrierte sollen das Aufenthaltsrecht erhalten. Die neue Regierung positioniert sich auch gegen Diskriminierung und Extremismus. Stattdessen will sie die Rechte von Ausländern, LGBTQ+ und Behinderten stärken.

In den Bereichen Wirtschaft und Digitalisierung plant die Ampel-Koalition, Deutschland zu einem innovativeren und technologiefreundlicheren Wirtschaftsstandort zu machen. Dieses Ziel soll durch die Förderung von Selbständigen und Start-ups geschehenen. Auch die Investierungsverfahren für staatliche und private Investoren soll effizienter werden, so dass sie die Dauer dieser halbiert. Generell sollen 3,5 Prozent des BIP in Entwicklung und Forschung gesteckt werden und Technologien wie KI oder Blockchains mehr Beachtung bekommen. Diese Vorhaben sollen realisiert werden, ohne das Einkommens-, Vermögens- oder Mehrwertsteuer erhöht, neuen Substanzsteuern eingeführt oder ein fairer Wettbewerb zwischen Großunternehmen und lokalen Gewerben gefährdet wird. Stattdessen sollen Subventionen auf ihre Sinnhaftigkeit überprüft und gegebenenfalls abgeschafft werden und Steuerhinterziehung sowie Goldwäsche sollen stärker bekämpft werden. Des Weiteren ist geplant Rüstungsexporte einzuschränken. Zudem will die Ampel-Koalition Steuerabschreibungen für Investitionen in Digitalisierung und Umweltschutz ermöglichen. Außerdem soll die Sicherheitspolitik besonders im Internet verstärkt werden und gegen Fake News vorgegangen werden.

Ein weiteres wichtiges Anliegen der Koalition ist auch der Umwelt- und insbesondere Klimaschutz. Ein wesentliches Ziel ist hier der dezentrale Ausbau der erneuerbaren Energien unteranderem durch schnellere und einfachere Genehmigungsmöglichkeiten, um das 1,5°C-Ziel des Übereinkommens von Paris und eines Urteils des Bundesverfassungsgerichts zu erreichen. Zu diesem Zweck wird angestrebt, bereits 2022 ein Klimaschutzsofortprogramm auf den Weg zu bringen. Beitragen soll dazu auch die verpflichtende Nutzung von gewerblichen Neubauten für Solarenergie. Für private Neubauten soll dies zwar nicht verpflichtend, aber dennoch in der Regel der Fall sein. Auch wird angestrebt, 2 Prozent der Landfläche mit Windkraft zu nutzen, und der Kohleausstieg soll möglichst vor 2030 vollzogen werden. Der Bau von Gaskraftwerken soll so ausgerichtet sein, dass ein späterer Umstieg auf Wasserstoff möglich ist. Gemäß dem Vorschlag der EU-Kommission „Fit for 55“, der unter anderem zum Ziel hat die Treibhausgasemissionen der EU bis 2030 um 55 Prozent zu reduzieren und bis 2050 die EU CO2-neutral zu machen, will die Ampel-Koalition beispielsweise auch vor 2035 nur Zulassungen für CO2-neutrale Fahrzeuge gestatten. Auf der anderen Seite wird jedoch von einem generellen Tempolimit abgesehen. In der Landwirtschaft besteht das Vorhaben, Pflanzenschutzmittel auf das Notwendigste zu beschränken und ein Haltungskennzeichnung für entsprechende Lebensmittel einzuführen.

Ob und inwiefern die Parteien SPD, Grüne und FDP es jedoch schaffen diese Ziele im Koalitionsvertrag zu konkretisieren und letztlich während ihrer Legislaturperiode auch umzusetzen, bleibt abzuwarten. Insbesondere, wie das Geld für viele dieser Maßnahmen eingenommen werden soll, bleibt gerade in Anbetracht der durch die COVID-19-Pandemie geschädigten Wirtschaft zweifelhaft.

Quellen:

5 Die neuen Lehrkräfte an unserem Gymnasium

Von Stella Spöhrer

Fabian Fischer unterrichtet Deutsch, Geschichte und Sozialkunde an unserer Schule. Bereits in jungen Jahren zeigte er großes Interesse an Geschichte. In der neunten Klasse beschäftigten ihn insbesondere die Thematik der Weimarer Republik und des Nationalsozialismus in Deutschland. Er findet Gefallen daran, mit einem gegenwärtigen Blick auf Probleme in der Vergangenheit zu blicken und sich diese zu erklären. Zudem steht er sehr hinter demokratischen Werten wie Freiheit oder die Einhaltung der Menschenrechte.

F.F.: Die Menschen sollten nicht nur sagen, dass es schön ist, dass wir hier in Deutschland eine Demokratie haben. Sie sollten auch hinter diesen besonderen Werten stehen und sie verteidigen.

 

Als Kind verfolgte er den Traum, einmal Schriftsteller zu werden.

 

F.F.: Dieser Lebensstil hat mich fasziniert. Ich hätte mit einer Tasse Kaffee an einem schönen See oder am Meer gesessen und einfach nur schreiben wollen.

Schließlich entschied er sich dann doch für den Lehrerberuf. An seinem Job gefallen ihm speziell Situationen während des Alltags, die Humor beinhalten. Im Deutschunterricht kreiert er sehr gerne mit Schülerinnen und Schülern aller Jahrgangsstufen Standbilder passend zu Dramen oder Erzählungen. Der körperliche Einsatz und der Gebrauch von Mimik bereiten sowohl Lehrer als auch Schülern Freude und Abwechslung im Unterricht.

Zu seinen Hobbys gehört zum einen das Verfolgen seines Lieblings-Fußballvereins Eintracht Frankfurt. Zum anderen reist er leidenschaftlich gerne.

R.M.: Haben Sie denn ein besonderes Traumziel?

F.F.: Mein Traumziel? Das ist schwierig. Ich würde gerne mal nach Neuseeland fahren. Außerdem möchte ich einmal nach Südamerika reisen und da alle Hauptstädte abklappern. Grundsätzlich möchte ich aber überall mal hin.

Zu seinen bisher schönsten Reisen zählt unter anderem ein Städtetrip nach New York. Am besten hat ihm nicht nur die gigantisch große Stadt an sich gefallen, sondern auch die Vielfalt der dort lebenden Menschen und die Diversität der Kultur, die Chancen und Risiken, die das Leben in einer solchen Stadt mit sich bringt. Zudem imponierten ihm die Azoren, eine Inselgruppe, die zu Portugal gehört.

F.F.: Die Inseln sind zwar gleich hier im atlantischen Ozean. Man hat aber das Gefühl, man wäre auf Hawaii.

Zuletzt kommt er auf eine vierwöchige Interrail-Reise nach Osteuropa zu sprechen, die er einmal mit einer Freundin angetreten hat. Dabei hat er zahlreiche osteuropäische Hauptstädte wie Bratislava, Budapest, Sofia und Bukarest besucht. Er empfiehlt allen jungen Menschen, einmal eine solche Reise zu unternehmen, da man dort sehr viele einzigartige Eindrücke gewinnen kann.

Jeremy Bischler unterrichtet Deutsch, Geschichte und Sozialkunde am Gymnasium Starnberg. Es bereitet ihm große Freude, den Entwicklungs- und Lernfortschritt seiner Schüler zu begleiten.

J.B.: Es ist immer schön, wenn man bei den Schülern dieses Gefühl des Erkennens in ihren Augen sieht. Man merkt ihnen an, wenn sie etwas Neues und eventuell auch Wichtiges dazugelernt haben.

Besonders fasziniert ihn die persönliche Entwicklung seiner Schülerinnen und Schüler. In der Oberstufe macht er zu Beginn der elften Jahrgangsstufe ein Klassenfoto, um die Namen besser lernen zu können. Die Schüler*innen sind nach zwei Jahren selbst erstaunt, wie sehr sie sich allein bei der äußeren Erscheinung verändert haben.

J.B.: Die Schüler durch diese Entwicklung zu begleiten, ist einfach toll!

In seiner eigenen Schulzeit zählte Geschichte zu seinen Lieblingsfächern. Zwar ist es nicht immer einfach, bei jedem einzelnen Thema im Geschichtsunterricht Begeisterung zu entfachen, es ist ihm aber stets wichtig, die historischen Ereignisse mit der Gegenwart zu verknüpfen, um auch die Frage zu beantworten, warum diese Gegenwart so ist, wie sie ist.

In seiner Freizeit spielt er sehr gerne Basketball. Auch Wandern in den Bergen und Klettern gehören zu seinen liebsten Sportarten, dabei klettert er vorzugsweise nicht frei, sondern gesicherte Klettersteige. Wenn es darum geht, Sport anzuschauen, verfolgt er begeistert American Football.

Zweifellos ist das Reisen seine Leidenschaft. In fast allen Ferien und sogar hin und wieder am Wochenende begibt er sich auf Reisen, um möglichst die ganze Welt zu entdecken.

R.M.: Haben Sie ein spezielles Traumziel?

J.B.: Ein spezielles Traumziel habe ich nicht. Mein größter Wunsch ist es, auch wenn ich weiß, dass dieser eher nicht erreichbar ist, jedes Land der Erde mindestens einmal bereist zu haben. Es geht für mich nicht nur darum, die schönsten Orte zu sehen – es geht eher darum, die Welt in ihrer Ganzheit zu erleben. Die „weniger schönen“ Orte gehören schließlich auch dazu.

Zu den schönsten Erlebnissen während seiner Schulzeit gehört das (bestandene) Abitur, das parallel zur Fußball-Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland stattfand. Sein Jahrgang hatte während und nach den anstrengenden Abiturprüfungen einen unglaublichen gemeinsamen Sommer.

J.B.: Das war so ein ganz besonderes Gefühl von Gemeinschaft und Freiheit, vor allem auch, weil wir gerade unser Abitur abgelegt bzw. geschafft hatten.

Noch heute trifft sich der „enge Kreis“ jedes Jahr einen Tag vor Heiligabend. Dabei blicken sie auf schöne gemeinsame Erinnerungen aus ihrer Schulzeit und Jugend zurück.

Julia Hollweck ist Lehrerin für Englisch und Wirtschaft/Recht am Gymnasium Starnberg. Besondere Freude an ihrem Job bereitet ihr die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen.

J.H.: Das ist schön, die Entwicklung der Schüler zu beobachten. Gerade wenn man sie mehrere Jahre hat. Oder auch wenn man die Klasse ein Jahr lang nicht hatte und sie dann wieder bekommt. Genau dann ist es schön, den Fortschritt zu sehen und zu wissen, dass man ein Teil davon ist.

Zeit ihres Lebens hatte sie einen Glücksbringer bei sich, die Zahl zwölf. In Verbindung mit ihrem ersten und zweiten Vornamen und auch mit ihrem Geburtsdatum ließen sich interessante Zahlenspiele kombinieren.

Wenn sie die Möglichkeit hätte, sich ein ganzes Jahr lang frei zunehmen, würde sie die Welt bereisen. Währenddessen würde sie versuchen, so wenig auf Social Media unterwegs zu sein, wie es nur geht, damit sie sich voll und ganz auf die Reise konzentrieren kann. Besonders reizvoll ist für sie dabei das Entdecken anderer Kulturen und das Probieren exotischer Gerichte.

J.H.: Auch wenn es am Ende grauenvoll schmeckt, hat man es dann zumindest probiert!

R.M.: Haben Sie denn ein bestimmtes Traumziel?

J.H.: Tatsächlich wäre das die Südsee. Da wollte ich schon immer mal hin.

Besonders dankbar ist sie für ein erfülltes Leben. Familie und liebe Freunde spielen dabei eine große Rolle, aber auch dauerhafte Gesundheit, insbesondere während der Pandemie. Wenn sie es sich aussuchen dürfte, würde sie einen Hund, einen Australian Shepard, besitzen.

Christine Geiger unterrichtet Mathematik und Wirtschaft & Recht. Für sie war es von Anfang an klar, dass sie einmal Lehrerin wird, denn sie hatte ihr Leben lang nie einen anderen Berufswunsch. Bereits in der neunten Klasse begann sie, anderen Mitschülern Nachhilfe anzubieten. Durch zahlreiche Praktika gewann sie Erfahrung und entschied sich schließlich für das Lehramt-Studium.

Wenn sie sich allerdings ein Jahr frei nehmen würde, würde sie eine Rundreise durch den gesamten amerikanischen Kontinent unternehmen, denn Nord- und Südamerika gehören zu ihren absoluten Traumzielen.

R.M.: Welche Hobbys haben Sie?

C.G.: Ich spiele sehr gerne Tennis, und das schon seit zwanzig Jahren!

In ihrer Freizeit geht sie zudem sehr gerne Fahrrad fahren oder sie liest Bücher. Freunde treffen und generell unterwegs sein zählt auch zu ihren Lieblingsbeschäftigungen. Spaß mit Freunden und ehrlicher Humor gehören nämlich zu den Dingen, die ihr besonders viel Freude bereiten.

6 Die Klima Aktionswoche an unserer Schule: eine zweisprachige Ausstellung in Deutsch und Französisch

Von Stella Spöhrer

Aus unserer modernen Welt ist der Klimawandel überhaupt nicht mehr wegzudenken. In den Medien, der Politik, in unserem gesamten alltäglichen Leben spielt die Erderwärmung eine zentrale Rolle. Doch trotzdem wissen einige Menschen nicht, wodurch genau der Klimawandel verursacht wird. Aus exakt diesem Grund hat sich das Gymnasium Starnberg dazu entschlossen, sich an der Klimaaktionswoche vom 20.09.2021 bis zum 24.09.2021 zu beteiligen.

Der Französisch-Kurs der zwölften Jahrgangsstufe hat bereits im letzten Schuljahr  beschlossen, eine dem Thema entsprechende Ausstellung für die Schule auszuarbeiten. Jeder einzelne Schüler bzw. jede einzelne Schülerin des Kurses hat ein spezielles Thema erhalten. Daraufhin haben sich alle Kursteilnehmer*innen über die Sommerfeien mit ihrer Thematik intensiv befasst und ein eigenes Plakat gestaltet, welches anschließend in der Aula aufgehängt wurde. Die Texte wurden vordergründlich auf Französisch und Deutsch verfasst, damit sie auch für Besucher verständlich sind, die kein Französisch sprechen.

Da das Gymnasium Starnberg für seinen großen Fortschritt in der Digitalisierung bekannt ist, war dies auch Teil der Ausstellung. Hierbei wurden Audiodateien, die mit den Texten auf den Postern referieren, mithilfe von QR-Codes verlinkt. Besucher konnten diese scannen und somit die Ausstellung nicht nur visuell, sondern auch auditiv wahrnehmen. Darüber hinaus wurden des Öfteren interaktive Teile, wie beispielsweise Ratespiele, Quizfragen oder Videos zur Vertiefung, integriert.

Thematisierte Bereiche der Ausstellung waren unter anderem die aktuelle Situation in Deutschland und Frankreich im Hinblick auf den Klimawandel und globale Probleme wie das Schmelzen der Polarkappen oder die Problematik des Aralsees. Darüber hinaus wurden politische Fragen aufgegriffen, wie das Pariser Abkommen und dessen Folgen für die einzelnen Länder. Schließlich wurden Lösungsansätze angeführt, wie zum Beispiel die Nutzung erneuerbarer Energien oder auch Möglichkeiten, den persönlichen Alltag nachhaltiger zu gestalten.

Ziel der Ausstellung war es, nicht nur jüngere Schüler und Lehrer, sondern auch externe Besucher über den präsenten Klimawandel und dessen Folgen über das Übliche hinaus zu informieren. Des Weiteren sollte der Einzelne zu einem nachhaltigeren Verhalten angeregt werden, damit das Leben auf unserer Erde weiterhin lebenswert bleibt.

7 Klimawandel - was sagt die Forschung? Der aktuelle Bericht des Weltklimarats

Von Inga Schilling

Der Weltklimarat (IPCC) hat im August diesen Jahres einen Bericht zu den Grundlagen, Ursachen und Ausmaßen des Klimawandels veröffentlicht – es sieht nicht gut aus für unsere Erde, wir müssen handeln.

Am 9. August 2021 hat der Weltklimarat den ersten Teil des sechsten Sachstandsberichts veröffentlicht. Drei Jahre lang haben 243 Expert*innen aus der ganzen Welt daran geschrieben. Der Titel des ersten Bands lautet „Naturwissenschaftliche Grundlagen des Klimawandels“. Weitere zwei Teile zu den „Folgen des Klimawandels, Verwundbarkeit und Anpassung“ und zur „Minderung des Klimawandels“ werden in den Jahren 2021/22 folgen. Auch ein Synthesebericht mit den Kernbotschaften der Bände wird erscheinen.

Doch wer sitzt im Weltklimarat und was bedeutet IPCC?

IPCC ist die Abkürzung für „Intergovernmental Panel on Climate Change”, auf deutsch „Zwischenstaatlicher Ausschuss über die Klimaveränderungen“ oder auch kurz „Weltklimarat“.

Er ist eine Institution der Vereinten Nationen und wurde 1988 gegründet, um Gefahren des Klimawandels zu erforschen und mögliche Lösungswege zu finden. Der Weltklimarat dient seitdem als wissenschaftliche Grundlage für politische Entscheidungen in Bezug auf den Klimawandel.

Wissenschaftler*innen aus der ganzen Welt beschreiben den aktuellen Stand der Forschung zum Klimawandel und bewerten diesen anhand anerkannter Studien und Veröffentlichungen. Der IPCC forscht nicht selbst, sondern fasst die Aussagen der bereits erschienenen Studien in Sachstandsberichten zusammen.

Er zeigt mögliche Szenarien der Klimaveränderungen und unterschiedliche Handlungsoptionen auf, macht aber keine konkreten Lösungsvorschläge oder gibt Handlungsempfehlungen.

Der aktuelle Bericht zeigt noch einmal deutlich, dass die durch den Menschen verursachten Treibhausgase eindeutig die Ursache für den Klimawandel sind. Seit dem letzten Sachstandsbericht von 2015 gibt es inzwischen stärkere Belege für den anthropogenen, also menschengemachten Klimawandel.

Derzeit erwärmen sich Atmosphäre, Ozeane und Landflächen und es haben bereits weitreichende Veränderungen stattgefunden.

Wetter- und Klimaextreme wie Hitzewellen, Starkniederschläge, Dürren und Wirbelstürme sind intensiver und häufiger geworden und werden in den kommenden Jahren noch weiter zunehmen.

Weitere Folgen sind das Abschmelzen der Eisschilde an den Polen und der damit verbundene Anstieg des Meeresspiegels. Gleichzeitig geht die Schneebedeckung zurück und der Permafrost taut auf. Das wiederum hat Konsequenzen, beispielsweise werden durch den auftauenden Permafrost Methan und Kohlenstoffdioxid freigesetzt und erwärmen so die Atmosphäre zusätzlich. Kohlenstoffsenken, also natürliche Reservoire, die zeitweilig oder dauerhaft Kohlenstoff speichern, werden bei einem steigenden CO2-Ausstoß weniger davon aufnehmen können. Viele der Veränderungen sind irreversibel, also unumkehrbar, vor allem die Veränderungen des Ozeans und der Anstieg des Meeresspiegels. Auch die Luftqualität wird weiter abnehmen, wenn Treibhausgase emittiert werden.

Bei allen betrachteten Emissionsszenarien wird die globale Oberflächentemperatur bis Mitte des Jahrhunderts weiter ansteigen. Bis 2030 voraussichtlich um 1,5 Grad, verglichen mit dem vorindustriellen Niveau. In nur einem Szenario sinkt sie anschließend auf 1,4 Grad, in allen anderen Szenarien steigt sie weiter auf 1,8 bis 4,4 Grad an.

Um den Wert 1,5 Grad einzuhalten, bleibt ein CO2-Budget von 400 Gt CO2. Allein im Jahr 2019 wurden 43 Gt CO2 freigesetzt, also müssten wir in neun Jahren bei aktuellem CO2-Ausstoß sofort aufhören, Kohlenstoffdioxid zu emittieren.

Es geht jetzt darum, die Gegenwart von vielen und die Zukunft von noch viel mehr Menschen zu schützen. Eine drastische Reduktion der Treibhausgase ist erforderlich, um die Folgen des Klimawandels zu minimieren.

Vor allem die Politik muss jetzt handeln und wirksame Maßnahmen ergreifen. Letztendlich kann aber jeder dazu beitragen, das Klima zu schützen!

Quellen:

https://www.umweltbundesamt.de/themen/ipcc-bericht-klimawandel-verlaeuft-schneller

https://www.de-ipcc.de/250.php

https://www.de-ipcc.de/119.php

https://www.de-ipcc.de/media/content/De-IPCC_Flyer_Der_Weltklimarat_IPCC_BITV.PDF

https://www.de-ipcc.de/media/content/Hauptaussagen_AR6-WGI.pdf 

https://www.tagesschau.de/ausland/europa/weltklimarat-bericht-klimawandel-101.html

 

Bildquellen:

https://www.dw.com/de/was-ist-der-weltklimarat-ipcc-und-was-macht-er/a-50562658

https://www.deutschlandfunk.de/waldbraende-auch-fuer-uns-in-europa-ein-zunehmendes-problem.694.de.html?dram:article_id=467153

 

8 Gegen Gewalt, Umweltzerstörung und Unterdrückung - der Alternative Nobelpreis 2021

Von Max Wolf

Den Nobelpreis kennt heutzutage ja jeder, wird die hoch angesehene Auszeichnung doch jedes Jahr an einige der wichtigsten Menschen unserer Zeit verliehen. Doch hier geht es um einen ebenfalls jährlich stattfindenden Preis, welcher zwar „Alternativer Nobelpreis“ heißt, mit der Auszeichnung, die wir kennen, aber eigentlich gar nichts zu tun hat.

„Right Livelihood Award“ heißt der Preis, der - wie auch der Nobelpreis - von einem Schweden ins Leben gerufen wurde, in Wirklichkeit. Bei seiner Entstehung im Jahre 1980 durch den Philatelisten Jakob von Uexküll noch kaum beachtet, genießt der Right Livelihood Award heute viel Ansehen und die Auszuzeichnenden können sich zurecht Weltverbesserer nennen. So auch in 2021:

Den Anfang macht die achtundfünfzigjährige Juristin Marthe Wandou aus Kamerun, Gründerin der Stiftung ALDEPA. Mit besagter Stiftung kämpft sie für Frauen- und Kinderrechte in Kamerun. Schon als kleines Mädchen erlebte sie die Benachteiligung von Frauen und Mädchen in ihrem Land und beschloss, dagegen vorzugehen. Mit Erfolg: ALDEPA nimmt Kontakt mit zahlreichen Lehren, Institutionen und Gemeinden im Land  auf, um jungen Mädchen ein Recht auf Bildung zu ermöglichen, das immer noch vielen verwehrt bleibt. Zudem hilft die Organisation Mädchen, die Opfer von Vergewaltigungen wurden, mit Traumabewältigung und Wiedereingliederung in die Gesellschaft sowie juristischem Vorgehen gegen Missbrauch und hat insgesamt bereits über 50.000 Menschen geholfen.

Seit Jahrzehnten steht er an der Spitze des russischen Umweltaktivismus: Der Russe Wladimir Sliwjak gründete die Organisation „Ecodefense!“ und geht damit gegen die Kohle- und Atomindustrie in Russland vor. Trotz mehrerer Strafanzeigen kämpft er weiterhin für unsere Umwelt, entweder mit dem Drehen einer Umweltdoku oder mit dem Stilllegen eines litauischen Atomkraftwerks durch die vereinte Arbeit von „Ecodefense!“. Darüber hinaus verfasste er das Buch „Hiroshima to Fukushima“. Dadurch hat er nicht nur viel zum Umweltschutz in Russland beigetragen, sondern dort auch eine ganze Generation an Umweltaktivisten geprägt, die gemeinsam mit ihm für ein sauberes und umweltbewusstes Russland einstehen.

Die siebenundfünfzigjährige Freda Huson ist das Oberhaupt der Wet'suwet'en, ein indigenes Volk aus Kanada. Gemeinsam mit anderen Indigenen setzt sie sich für den Erhalt ihres Landes ein und organisiert Proteste gegen umweltschädliche Projekte und Bauvorhaben. Hierbei erhielt sie internationale Aufmerksamkeit durch ihr Vorgehen gegen die sogenannte Coastal GasLink Pipeline, welche Schiefergas durch das Gebiet der Wet'suwet'en leiten soll. Als Antwort darauf gründete Hudson das Unist?ot?en Camp, ein Protestcamp gegen den Bau der Pipeline. Zudem baute sie ein Healing Camp, um Indigenen mit Traumabewältigung zu helfen. Allerdings zogen die Proteste den Unmut der kanadischen Regierung auf sich. Dennoch ließ das Wet'suwet'en-Oberhaupt sich nicht vom Kampf gegen Unterdrückung abbringen, selbst dann nicht, als die Teilnehmer der Protestaktionen abgeführt wurden. Mit ihrem Vorgehen sorgte Huson für Proteste im ganzen Land und setzte so den Bau der Pipeline um mehrere Jahre zurück, komplett aus der Welt ist das Bauvorhaben allerdings noch nicht.

Der vierte Alternative Nobelpreis geht dieses Jahr an eine ganze Organisation: Die Umweltorganisation „Legal Initiative for Forest and Environment“ oder kurz „Life“. Seit ihrer Gründung im Jahre 2005 durch zwei Anwälte, Ritwick Dutta und Rahul Chowdhury, engagiert sich die aus Delhi operierende Organisation für Umweltschutz und das Wohl unseres Planeten. Hierbei geht Life mit einem juristischen Ansatz vor und unterstützt indische Gemeinden im gerichtlichen Kampf gegen umweltschädliche Projekte, zum Beispiel Abholzungen und umweltschädliche Bauvorhaben. Durch Lifes Eingreifen können die für die Bauvorhaben verantwortlichen Unternehmen nicht nur gestoppt, sondern auch vor Gericht zur Rechtschaffenheit gezogen werden, wie beispielsweise das Bergbauunternehmen Vedanta, gegen das die Umweltorganisation im Jahre 2010 vorging – einer von Lifes ersten großen Erfolgen. Darüber hinaus hatte Life einen großen Einfluss bei der Errichtung des „Internationalen grünen Tribunals“, ein auf komplizierte Umweltklagen ausgelegtes Gericht, welches 2010 durch die indische Regierung ins Leben gerufen wurde.

Alle Empfänger des Preises erhalten ein Preisgeld von 100.000 Dollar und auch wenn der Right Livelihood nicht die Bekanntheit oder Anerkennung des eigentlichen Nobelpreises besitzt, so ist er dennoch eine hohe und wichtige Auszeichnung für die wichtigen Weltverbesserer unserer Zeit, die ansonsten vielleicht nicht die verdiente Aufmerksamkeit bekommen hätten. Lasst uns also hoffen, dass wir auch in Zukunft Visionäre auf unserer Erde haben, die wir mit diesem Preis auszeichnen können – schließlich brauchen wir ihren Einsatz heutzutage besonders.

Alternativer Nobelpreis 2021: Ehrung für Mut und Visionen | Politik (fr.de)

Nobelpreisträger: Der Alternative Nobelpreis - Persönlichkeiten - Geschichte - Planet Wissen (planet-wissen.de)

Right Livelihood Stiftung: Vier Auszeichnungen für Courage | tagesschau.de

Marthe Wandou gets 2021 Right Livelihood Award, Alternative Nobel Prize (crtv.cm)

Marthe Wandou aus Kamerun Preisträgerin des Right Livelihood Menschenrechtspreises 2021 | AFRICA live (africa-live.de)

Marthe Wandou: Kameruns Kämpferin für Gerechtigkeit | Afrika | DW | 01.10.2021

Wikizero - Wladimir Wladimirowitsch Sliwjak

Gegen russische Kohle- und Atomindustrie: Aktivist erhält alternativen Nobelpreis (watson.de)

Freda Huson, ambitionierte Kämpferin für ihren Clan - Kanada - derStandard.at › International

Freda Huson: "Sie können uns nicht noch mehr Land nehmen" | tagesschau.de

Freda Huson - Right Livelihood

Home - LIFE (thelifeindia.org.in)

Alternativer Nobelpreis geht an vier Menschenrechts- und Umweltaktivisten | Welt | DW | 29.09.2021

Legal Initiative for Forest and Environment - Right Livelihood

 

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